Seniorenreise 2026 - perfekte Tage im Elsass
- Vivien Wick

- vor 23 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Am Sonntag, 7. 6. : Alle erscheinen pünktlich zum reichhaltigen Morgenbuffet. Um 9:30 Uhr ist Aufbruch zum Golf de La Wantzenau. Der wunderschöne Platz scheint fast nur aus Wasser zu bestehen. Das Wetter ist immer noch prächtig, alle erscheinen in Shorts und sind begeistert. Dieser Cours ist zwar kürzer als am Vortag, aber nicht minder anspruchsvoll. Kaum jemand wird heute sein Hcp. spielen…ausser Jürg Mäder, der Tagessieger. Hampi spendet - schon bald traditionell - den Trostpreis, einen edlen Tropfen. Er geht an Klaus Lichtenstein, der am 18. Loch am meisten (!) Schläge benötigte…Wer dies bei Waltis Instruktion nicht mitbekam und seinen Ball nach 6, 7 Schlägen aufnahm, war der Geprellte- aber wahrscheinlich hat er schon in der Schule bei Armin Rosenast nicht aufgepasst…
Wieder im Moulin darf der Schreiber endlich seinen versprochenen Geburtstags-Apéro spendieren. Das angestimmte „Happy Birthday“ rührt den Jubilar.
Gegessen wird heute auswärts im La Cour des Chasseurs. Das gutbesuchte, rustikale Restaurant macht Eindruck: die riesigen Portionen sind eher auf Strassenarbeiter denn auf Seniorengolfer zugeschnitten…Zur Verdauung begeben sich die Fittesten und Jüngsten - oder die, die ihre Portionen aufgegessen haben, zu Fuss ins Hotel.
Am Montag, 8. 6.: Wir spielen den Golfplatz Soufflenheim Baden Baden. Er macht seinem Erbauer, der deutschen Golflegende Bernhard Langer, alle Ehre: 6021 m ab Gelb, viel Wasser und perfekt der Landschaft angepasst. Gespielt wird heute im 4er-Scamble-Modus, was das Ganze etwas einfacher und entspannter macht. Als Gewinner geht das Quartett Buff, Müller, Suter und Mägerle hervor, dieser mit einem Eagle auf der Vierzehn, einem Par 5.
Wieder im Moulin überrascht uns Hansruedi Nef, er ist unterdessen zur Gruppe gestossen, mit dem reichhaltigen Hausapéro.
Anschliessend geht’s wieder mit dem Bus ins nahegelegene Wantzenau zum Nachtessen. Martin ignoriert wie immer die 7t-Beschränkung, er kennt unterdessen den „Dreh“ über den Kreisel am Dorfausgang, und lädt uns standesgemäss vor dem Le Grillon ab. Wieder gibt’s Pastete im Teigmantel, Königspastete, dafür kein Sauerkraut und Vacherin Glacé. Die Portionen sind ein bisschen vernünftiger, die Küche geschmacklich etwas feiner abgestimmt.
Dienstag, 9 .6. : Heute beginnt der Tag etwas früher, da die Fahrt zum Golf du Kempferhof, südwärts auf Höhe Offenburg gelegen, länger dauert.
Nach dem anspruchsvollen Platz am Vortag freuen sich die meisten, wieder einen einfacheren Platz zu spielen, umso mehr als heute im Einzelstableford-Modus gespielt wird.
Aber weit gefehlt! Der Platz verrät schon auf der ersten Bahn seine Tücken: schmale Bahnen, Bäume und überall Wasser. Exemplarisch dazu die 15, ein Par 3 mit fast 150 m über einen Teich, eigentlich schon fast ein See. Es ist ein regelrechter Kampf (Elsässisch Kempf). Viele Bälle gehen hier baden, einem einzigen Augwiler gelingt meines Wissens hier ein Birdie…
Zurück im Moulin steht erstmals der wunderschöne Spa zur Erholung bereit. Er wurde im Rahmen der Gesamtsanierung der Mühle durch das neue Besitzerehepaar Carole u. Régis Anthouard vor kurzem vollendet („Von der Mühle zum Spa-Hotel“). Es war dort leider ein bisschen ein Gedränge, weil alle Senioren das Spa geniessen wollten.

An dieser Stelle einiges Wissenswertes zur Geschichte der Mühle:
-Als Mühle wird sie bereits 1608 vom Strassburger Bischof erwähnt. Sie wird dann während des Dreissigjährigen Krieges (1618-48) zerstört, das Dorf Wantzenau niedergebrannt.
Nach dem Wiederaufbau 1629 lässt Vauban aus militärischen Gründen den „Kanal der Franzosen“ bauen. Nun ist es möglich, über die Moder, Zorn, Ill und einem weiteren Kanal nach Strassburg zu gelangen.
1773 verfügt die Mühle über 7 Drehmühlen, vier davon für das Mahlen des Weizens (Mehl), drei für die Verarbeitung von Hanf (Zerkleinerung und Produktion von Textilen).
Ab 1872 beginnt man mit der Produktion von Strom, nachdem auf der Ill ein Staudamm erbaut ist, der den Wasserstand erhöht. Zusätzlich werden ein Sägewerk und ein Wirtshaus erbaut - ab jetzt „Au Moulin de la Wantzenau“.
Dass in all dieser Zeit die Länderzugehörigkeit zwischen Franzosen und Deutschen ständig wechselt, sei hier nur am Rande erwähnt.
Am 15.6.1940, nach der Eroberung von Paris durch die Deutschen, schlägt ein deutscher Übungsschuss einer grosskalibrigen Kanone aus 25 km in die Mühle ein und zerstört sie. Angesichts der Verzweiflung der Besitzer geschieht, oh Wunder, etwas ziemlich Einmaliges, das sich unter dem Motto B.B., „le Bon Boche“ zusammenfassen liesse: Vier ranghohe deutsche Offiziere entschliessen sich 1942 die Mühle wieder aufzubauen. Die Pläne werden von einem Horst Linde entworfen, einem renommierten deutschen Architekten, der in Berlin schon einiges gebaut hat. Das Ziel ist einerseits die Elektrizitätserzeugung - und damit die Stromversorgung von Wantzenau wieder zu ermöglichen, anderseits die Sympathie der Elsässer zu gewinnen…Mit welchen Arbeitskräften dies von statten geht, entzieht sich meinen Kenntnissen…
1944 wird die Mühle wieder angegriffen, diesmal von den Alliierten. Das eigentliche Ziel an diesem Nebeltag ist der Oelhafen von Strassburg. Die Mühle wird diesmal nur leicht beschädigt.
Die Schmiede, das Sägewerk und die Turbinen für die Stromerzeugung bleiben intakt und sorgen noch für lange Zeit für Wohlstand.
Die Mühle ist bis 1969 aktiv, die Stromerzeugung bis 1970.
Der Abend gestaltet sich wie gehabt, Apéro, von Christoph L. offeriert, dann Fahrt mit unserem Car nach Wantzenau und Essen im Restaurant „Zimmer“. Trotz Wirtesonntag hat es für uns geöffnet und verwöhnt uns diesmal mit einem kulinarisch sehr ansprechenden Menü. Es wird sehr angeregt diskutiert, nicht über Golf, sondern Politik und Militär. Der Lautstärkepegel ist dementsprechend sehr hoch - gut sind wir die einzigen Gäste!
Mittwoch, 10.6. : Um 9:30 Uhr ist Abfahrtstermin zum Golf de La Wantzenau, den Platz, den alle vom Sonntag in guter Erinnerung haben. Die Flights sind wieder, diesmal unter Berücksichtigung persönlicher Wünsche, von Walti zusammengestellt worden. So tragen einige Senioren zum Abschluss der Woche ein Einzel- oder Teammatchplay aus.
Die Wetterprognosen sind eher ungewiss, es könnte gegen Abend Regen einsetzen. Der erstgestartete Flight wird tatsächlich am16. Loch nass und entschliesst sich, die Runde abzubrechen. Die vier folgenden Paarungen spielen jedoch „hartgesotten“ ihre Runde fertig.
Die Heimreise nach Augwil gestaltet sich problemlos, ohne Zwischenhalt.
Mit dem Eintreffen in Augwil um ca. 21 Uhr findet eine perfekt organisierte Golfreise in einer wunderschönen Gegend mit vier tollen Plätzen ihren Abschluss.
Vielen herzlichen Dank, lieber Walti!
André Sch.













































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